Wie viele Personen passen in den Raum? Kapazität je Bestuhlung aus der Quadratmeterzahl.
Richtwerte auf Basis gängiger m²-pro-Person-Werte, ohne Berücksichtigung von Bühne, Technik, Fluchtwegen oder Möblierung. Keine verbindliche Kapazitätszusage.
Die ehrliche Antwort: Es kommt auf die Bestuhlung an. Ein 200-m²-Saal fasst beim Stehempfang 400 Personen – mit Bankett-Tafeln nur noch 153. Derselbe Raum, dreimal so viele Gäste. Wer eine Veranstaltung plant, braucht keinen Bauchwert, sondern einen Richtwert pro Bestuhlungsart. Genau das rechnet dieser Rechner: Du gibst die nutzbare Fläche ein, wählst die Bestuhlung – und bekommst die Planungs-Kapazität.
Jede Bestuhlungsart hat einen eigenen Flächenbedarf pro Person. Stühle in Reihen sind dicht gepackt, runde Bankett-Tafeln brauchen Gänge, eine U-Form frisst Platz in der Mitte. Diese Werte sind die Konstanten im Rechner:
| Bestuhlung | m² pro Person | |---|---| | Stehempfang | 0,5 | | Reihenbestuhlung (Theater) | 0,7 | | Bankett (runde Tische) | 1,3 | | Gala | 1,5 | | Parlamentarisch (Klassenzimmer) | 1,7 | | Block (geschlossene Tafel) | 2,3 | | U-Form | 2,7 |
Formel: Kapazität = Fläche ÷ m² pro Person, abgerundet.
Rechnen wir es für eine nutzbare Fläche von 200 m² komplett durch. Abrunden, weil ein halber Gast nicht zählt:
| Bestuhlung | Rechnung | Kapazität | |---|---|---| | Stehempfang | 200 ÷ 0,5 | 400 | | Reihenbestuhlung | 200 ÷ 0,7 | 285 | | Bankett | 200 ÷ 1,3 | 153 | | Gala | 200 ÷ 1,5 | 133 | | Parlamentarisch | 200 ÷ 1,7 | 117 | | Block | 200 ÷ 2,3 | 86 | | U-Form | 200 ÷ 2,7 | 74 |
Du siehst sofort die Spannweite: zwischen Stehempfang und U-Form liegen Faktor 5. Deshalb ist die Bestuhlungsart die wichtigste Stellschraube – nicht die Quadratmeter.
Der häufigste Fehler: die Bruttofläche eingeben. Der Rechner will die nutzbare Fläche – also das, was nach allen Einbauten für Gäste übrig bleibt. Zieh vorher ab:
Erst die Restfläche kommt in den Rechner. Wer die Bühne vergisst, plant zehn Gäste zu viel ein – und die stehen dann im Weg.
Wichtig vorab: Diese Werte sind Planungs-Richtwerte, kalibriert auf veröffentlichte DACH-Referenzen (Sabelstein, lokal-check, Social Tables) und die Planungsdichte der MVStättVO (Stehempfang ≥ 0,5 m² entspricht maximal 2 Personen pro m²). Sie sind keine Kapazitätsfreigabe.
Verbindlich ist immer die Versammlungsstättenverordnung (VStättVO) deines Bundeslandes plus die Vorgaben deines Bauamts und die Fluchtweg-Regeln. Es gilt die kleinere der beiden Zahlen: Wenn die Fläche 285 Gäste erlaubt, die Notausgänge aber nur für 200 ausgelegt sind, sind 200 die harte Grenze.
Die Breite der Fluchtwege, die Anzahl der Ausgänge und die maximale Personenzahl laut Genehmigung schlagen jeden Flächenwert. Frag im Zweifel beim Bauamt oder der zuständigen Behörde nach – bevor du eine Zahl zusagst.
Der Rechner kennt nur Fläche und Bestuhlung. Er weiß nichts über Säulenverläufe, die Form des Raums (ein langer Schlauch bestuhlt sich schlechter als ein Quadrat), Sichtachsen zur Bühne, Deckenhöhe oder lokale Auflagen. Für Großveranstaltungen ab mehreren hundert Gästen, mehrgeschossige Locations oder Outdoor-Aufbauten ersetzt er keine fachliche Aufplanung. Sieh ihn als schnelle erste Schätzung für Angebote und Machbarkeit – nicht als Genehmigungsdokument.
Sobald die Kapazität steht, brauchst du den Rest der Veranstaltungslogistik: Genug Toiletten und Sanitärbedarf rechnest du mit dem WC-/Sanitärbedarf-Rechner, und die Frage, wie viele Stellplätze deine Gäste brauchen, beantwortet der Parkplatz-Rechner.
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