Wareneinsatz, Personal und Marge zu einem Verkaufspreis kalkulieren.
Vereinfachte Kalkulation, keine verbindliche Preisempfehlung.
Die Frage entscheidet, ob ein Catering-Auftrag dich nach vorne bringt oder dir Geld kostet. Viele Caterer rechnen rückwärts: Sie hören vom Kunden eine Zahl ("wir haben 45 Euro pro Person eingeplant") und versuchen, sich da irgendwie reinzuquetschen. Das ist der direkte Weg in die Nullmarge. Richtig ist der umgekehrte Weg: Du rechnest deine echten Kosten hoch, schlägst deinen Bedarf an Deckung und Gewinn drauf und bekommst deinen Preis pro Gast. Erst dann verhandelst du.
Dieser Rechner macht genau das. Du gibst fünf Werte ein – Wareneinsatz pro Gast, Gästezahl, Personalstunden, Stundenlohn und deine Wunschmarge – und bekommst einen sauberen Verkaufspreis, den Preis pro Gast und den Gewinn in Euro. Kein Bauchgefühl, keine vergessenen Posten.
Der Rechner arbeitet die Kalkulation in genau fünf Schritten ab. Wenn du verstehst, was in jedem Schritt passiert, verstehst du auch, an welchen Stellschrauben du in der Verhandlung drehen kannst.
Daneben rechnet das Tool deinen Gewinn = Verkaufspreis − Gesamtkosten aus. Das ist der Betrag, der nach Abzug von Ware und Personal übrig bleibt – aber noch bevor dein restlicher Overhead abgezogen ist. Dazu gleich mehr.
Der häufigste Denkfehler: "Marge = Gewinn". Falsch. Der Aufschlag, den du in Schritt 4 draufrechnest, ist kein reiner Gewinn. Er muss erst eine ganze Reihe von Kosten abdecken, die im Rechner nicht als direkte Posten auftauchen, weil sie nicht pro Auftrag, sondern pauschal anfallen:
Deshalb ist eine Marge von 50–70 % auf die direkten Kosten in der Praxis oft nicht üppig, sondern notwendig. Wer mit 20 % kalkuliert, deckt häufig gerade so den Overhead und arbeitet de facto umsonst.
Damit du nicht im Blindflug rechnest, hier die Richtwerte, an denen sich die Branche orientiert:
Eine einfache Gegenprobe: Teile deinen kalkulierten Wareneinsatz durch den Netto-Verkaufspreis. Liegt das Ergebnis zwischen 0,25 und 0,35, bist du im gesunden Bereich. Liegt es darüber, stimmt an deiner Kalkulation etwas nicht.
Beim Personal gilt: Rechne ehrlich. Eine 50-Personen-Hochzeit ist nicht mit "4 Stunden Service" erledigt. Vorbereitung in der Küche, Beladen, zweimal Anfahrt, Aufbau, Service über mehrere Stunden, Abbau und Spülen summieren sich schnell auf das Drei- bis Vierfache der reinen Servicezeit. Und: Der Stundenlohn, mit dem du rechnest, ist nicht der Netto-Auszahlungsbetrag, sondern der Arbeitgeber-Brutto inklusive Lohnnebenkosten – also Sozialabgaben, Urlaub, ggf. Zuschläge. Faustregel: rund 25–30 % über dem reinen Bruttolohn.
Nehmen wir ein konkretes Catering: 80 Gäste, gehobenes Flying-Buffet zum Firmenjubiläum.
Eingaben:
Schritt 1 – Wareneinsatz: 18 € × 80 = 1.440 € Schritt 2 – Personalkosten: 40 × 22 € = 880 € Schritt 3 – Gesamtkosten: 1.440 € + 880 € = 2.320 € Schritt 4 – Verkaufspreis: 2.320 € × 1,60 = 3.712 € Schritt 5 – Preis pro Gast: 3.712 € ÷ 80 = 46,40 €
Gewinn (vor Overhead): 3.712 € − 2.320 € = 1.392 €
Jetzt die Gegenprobe: Wareneinsatz-Anteil = 1.440 € ÷ 3.712 € = 38,8 %. Das liegt knapp über dem gesunden Korridor von 25–35 %. Heißt konkret: Bei diesem Auftrag ist die Ware im Verhältnis teuer. Entweder du hebst die Marge an (auf z. B. 75 %, dann liegt der Preis pro Gast bei rund 50,75 € und der Wareneinsatz-Anteil bei 35,4 %), oder du senkst den Wareneinsatz pro Gast, oder du akzeptierst bewusst, dass dieser Auftrag wegen der hochwertigen Ware eher Premium-Charakter hat. So oder so: Du siehst das Problem jetzt, statt es erst beim Jahresabschluss zu merken.
Hier verlieren Caterer am häufigsten Geld:
Eine eiserne Regel: Kalkuliere immer netto. Alle Zahlen in diesem Rechner – Wareneinsatz, Stundenlohn, Verkaufspreis – sind Nettobeträge. Die Mehrwertsteuer ist ein durchlaufender Posten, der deine Marge nicht beeinflusst und in der Kalkulation nichts verloren hat. Wer brutto und netto vermischt, verrechnet sich systematisch.
Erst nach der Kalkulation schlägst du für die Kundenkommunikation die Umsatzsteuer drauf. Randnotiz für den deutschen Markt: Seit dem 1.1.2026 gilt in Deutschland wieder der ermäßigte Satz von 7 % auf Speisen, während Getränke mit 19 % besteuert werden. Bei gemischten Caterings (Essen plus Getränke) musst du also unter Umständen aufteilen – aber das ist eine Frage der Rechnungsstellung, nicht der Kalkulation.
Der wichtigste Wert, den dir dieser Rechner liefert, ist nicht der Verkaufspreis – es ist das Wissen um deine Gesamtkosten. Das ist deine absolute Untergrenze. Darunter machst du Verlust, Punkt.
Praktischer Verhandlungstipp: Senke nie zuerst den Preis, sondern reduziere die Leistung. Statt 46 € pro Gast auf 40 € zu drücken (und deine Marge zu opfern), nimm einen Gang aus dem Menü oder reduziere das Servicepersonal. So bleibt deine Prozent-Marge stabil, während der absolute Preis sinkt.
Dieser Rechner ist ein Kalkulationshelfer, kein verbindliches Angebot. Er gibt dir schnell eine belastbare Hausnummer und deckt die großen Kostenblöcke ab. Was er nicht kann: deine individuellen Fixkosten exakt umlegen, regionale Lohnunterschiede automatisch berücksichtigen oder die genaue MwSt-Aufteilung bei gemischten Leistungen abbilden. Behandle das Ergebnis als fundierten Ausgangspunkt, den du mit deinem Wissen über den konkreten Auftrag verfeinerst – nicht als finalen Preis, den du ungeprüft ins Angebot schreibst.
Eine schnelle Überschlagsrechnung ist der Anfang. Wenn du dieselbe Logik – Wareneinsatz, Personal, Marge, Preis pro Gast – über alle deine Events hinweg sauber führen, mit echten Angeboten verknüpfen und auswerten willst, übernimmt das in Univents die Event- und Kalkulationsverwaltung für dich.
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