HACCP

HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Hygienekonzept zur systematischen Kontrolle von Gesundheitsgefahren im Lebensmittelbetrieb. Jeder Caterer in der EU muss kritische Kontrollpunkte – etwa Kühlketten, Gartemperaturen oder Warmhaltezeiten – identifizieren, überwachen und dokumentieren.

Zuletzt geprüft von Andreas Köckeis am 15. Juli 2026

Was ist HACCP?

HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Hygienekonzept zur systematischen Kontrolle von Gesundheitsgefahren im Lebensmittelbetrieb. Jeder Caterer in der EU muss kritische Kontrollpunkte – etwa Kühlketten, Gartemperaturen oder Warmhaltezeiten – identifizieren, überwachen und dokumentieren.

Welche Kontrollpunkte sind bei HACCP im Eventcatering relevant?

Im mobilen Eventcatering ist HACCP anspruchsvoller umzusetzen als im stationären Restaurant, weil Speisen transportiert, oft mehrfach umgeladen und unter wechselnden Bedingungen warmgehalten werden. Kritische Kontrollpunkte sind typischerweise:

KontrollpunktGrenzwert
Kühlkette beim Transportunter 7 °C
Kerntemperatur beim Regenerierenmindestens 72 °C für 2 Minuten
Warmhaltezeit im Chafing Dishmeist auf 2–3 Stunden begrenzt
Kerntemperatur nach Cook & Chillunter 3 °C innerhalb von 90 Minuten

Jeder dieser Punkte muss messbar überwacht werden – ein geschätztes "fühlt sich warm genug an" ersetzt kein Thermometer, weder rechtlich noch praktisch bei einer Kontrolle.

Wie dokumentiert man HACCP-Vorgaben?

Die Dokumentationspflicht verlangt lückenlose Temperaturprotokolle, die bei Kontrollen durch das Gesundheitsamt vorgelegt werden müssen – digitale Checklisten mit Zeitstempel ersetzen zunehmend handschriftliche Listen, weil sie sich schneller pro Event auswerten lassen und sich Lücken sofort auffallen. Wichtig ist, dass die Dokumentation nicht nachträglich rekonstruiert, sondern während des Events tatsächlich erfasst wird – nachträglich ausgefüllte Protokolle sind bei einer Prüfung leicht erkennbar und untergraben die Glaubwürdigkeit der gesamten Dokumentation.

Was passiert bei Verstößen gegen HACCP?

Verstöße gegen HACCP-Vorgaben können im Ernstfall zur Betriebsschließung führen, weshalb größere Caterer eine benannte HACCP-verantwortliche Person je Event einsetzen. Bei kleineren Verstößen drohen zunächst Auflagen und Nachfristen durch das Gesundheitsamt, bei wiederholten oder schweren Verstößen (etwa nachgewiesene Lebensmittelvergiftungen) auch Bußgelder oder ein vorübergehendes Betriebsverbot.

Für Caterer lohnt sich HACCP nicht nur wegen der gesetzlichen Pflicht: Eine saubere, nachweisbare Dokumentation schützt auch im Streitfall, etwa wenn ein Kunde nach einem Event gesundheitliche Beschwerden meldet und die Ursache unklar ist – ohne Protokolle lässt sich dann schwer nachweisen, dass alle Kontrollpunkte eingehalten wurden.

Wie unterscheidet sich HACCP bei mobilem Catering von einer festen Küche?

Eine stationäre Restaurantküche hat feste, geprüfte Kühl- und Kochgeräte an einem Ort – im mobilen Catering müssen dieselben Standards mit Thermobehältern, Kühlboxen und portablen Geräten unter wechselnden Location-Bedingungen erreicht werden. Das erfordert zusätzliche Kontrollen direkt vor Ort, etwa eine Temperaturmessung nach dem Transport, bevor Speisen in die Warmhaltung übergehen – ein Schritt, der in einer festen Küche entfällt, weil dort keine Transportstrecke dazwischenliegt.

Muss jeder Mitarbeitende HACCP-geschult sein?

Ja, jede Person, die mit offenen Lebensmitteln arbeitet, braucht eine grundlegende Hygieneschulung nach Lebensmittelrecht – das gilt auch für Aushilfen und Springer, die nur gelegentlich eingesetzt werden. Größere Caterer führen dafür meist eine kurze Auffrischungsschulung vor der Saison durch, damit auch selten eingesetztes Personal auf demselben Stand ist wie die Stammbelegschaft.

Häufige Fragen

Ist HACCP für jeden Caterer verpflichtend?

Ja, jeder Lebensmittelbetrieb in der EU ist gesetzlich zur Umsetzung eines HACCP-Konzepts verpflichtet, unabhängig von der Betriebsgröße. Auch kleine oder mobile Cateringbetriebe sind davon nicht ausgenommen.

Wie oft wird HACCP kontrolliert?

Das Gesundheitsamt kontrolliert unangekündigt und in unregelmäßigen Abständen, die Häufigkeit richtet sich nach Betriebsgröße und bisherigen Auffälligkeiten. Eine lückenlose eigene Dokumentation ist deshalb wichtiger als das Rechnen mit einem festen Kontrollrhythmus.

Was ist der Unterschied zwischen HACCP und Cook & Chill?

HACCP ist das übergeordnete Hygienekonzept mit allen kritischen Kontrollpunkten eines Betriebs. Cook & Chill ist ein konkretes Zubereitungsverfahren, dessen Kühl- und Regenerierschritte innerhalb der HACCP-Dokumentation erfasst werden müssen.

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