Wer als Catering-Betrieb, Eventlocation oder Agentur in Österreich Software auswählt, kann nicht einfach ein deutsches System eins zu eins übernehmen. Der Markt hat einen eigenen Rhythmus - Hochzeitssaison von Frühling bis Herbst, ein dichtes Firmenfeier-Geschäft rund um den Jahreswechsel, dazu Wien als einer der größten Kongress- und Tagungsstandorte Europas - und ein eigenes Regelwerk in Registrierkasse, Arbeitszeit und Feiertagen, das eine Software zumindest nicht ignorieren darf.
Dieser Beitrag beschreibt, welche österreichischen Besonderheiten in die Softwareauswahl einfließen sollten. Für die allgemeinen Kriterien - Durchgängigkeit, Mengenlogik, Preismodell - gilt derselbe Maßstab wie im gesamten DACH-Raum, ausführlich beschrieben im Leitfaden zur Auswahl von Catering-Software.
Der österreichische Markt: Saisonspitzen und Kongressstadt Wien
Drei Nachfragespitzen prägen den österreichischen Event- und Cateringmarkt: die Hochzeitssaison zwischen Mai und Oktober, das Firmenfeier-Geschäft im November und Dezember, und - vor allem in Wien und den Landeshauptstädten - ein ganzjähriges Kongress- und Tagungsgeschäft. Wien zählt zu den international meistgebuchten Kongressstädten, was für Caterer und Locations bedeutet: planbares Geschäft unter der Woche, dazu die klassischen Saisonspitzen an Wochenenden.
Für die Softwareauswahl folgt daraus eine konkrete Anforderung: Das System muss kurzfristig zusätzliches Personal einplanen, Mengen bei später bestätigten Gästezahlen noch anpassen und mehrere parallele Veranstaltungen an verschiedenen Standorten oder in verschiedenen Sälen sauber trennen können, ohne dass Excel-Listen und Dienstpläne parallel gepflegt werden müssen.
Registrierkasse, Belegerteilung und Rechnungsstellung
Die Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht in Österreich betrifft Barumsätze. Ein guter Teil des Event-Catering-Geschäfts läuft aber nicht über die Kasse, sondern über Rechnung - ein Firmenkunde oder ein Brautpaar zahlt nach Angebot und Auftragsbestätigung, nicht am Buffet. Für diesen Teil des Umsatzes zählt vor allem eine saubere, lückenlose Rechnungsstellung: fortlaufende Nummerierung, nachvollziehbare Beträge, unveränderbare ausgestellte Belege.
Wo genau die Grenze zwischen Barumsatz und Rechnungsumsatz im eigenen Betrieb verläuft - etwa bei Standevents mit Kassenverkauf am Veranstaltungstag - und welche kassentechnischen Pflichten daraus im Einzelfall entstehen, ist eine Frage für den Steuerberater, keine Software-Entscheidung. Was eine Software beitragen kann, ist Transparenz auf der Rechnungsseite: nachvollziehbare Angebots- und Rechnungshistorie, Vorlagen für wiederkehrende Auftragsarten und die Möglichkeit, einen ausgestellten Beleg zu stornieren und per Gutschrift zu korrigieren, statt ihn nachträglich zu verändern. Wie das im System aussieht, zeigt die Seite Angebote und Rechnungen.
Arbeitszeitaufzeichnung bei saisonalem Personal
Event-Catering arbeitet mit einem hohen Anteil an Aushilfen und saisonalem Personal, gerade rund um die Nachfragespitzen. Die Pflicht zur Arbeitszeitaufzeichnung gilt unabhängig von der Beschäftigungsform - Beginn, Ende und Pausen müssen dokumentiert werden. Details dazu, was im eigenen Betrieb konkret zu tun ist, klärt am besten das Lohnbüro. Bei zwanzig Aushilfen an einem Wochenende mit mehreren Veranstaltungen wird die Dokumentation auf Papier schnell unübersichtlich, und Fehler zeigen sich meist erst bei der Lohnabrechnung.
Ein mobiles Ein- und Ausstempeln direkt am Veranstaltungsort, mit Pausenerfassung und einem Genehmigungsschritt durch die Einsatzleitung, reduziert diesen Nacharbeitsaufwand. Wie das im Zusammenspiel mit der Schichtplanung aussieht, beschreibt die Seite Personalplanung und Dienstplan.
Feiertage, Zuschläge und Preisgestaltung
Der österreichische Feiertagskalender unterscheidet sich von dem in Deutschland und der Schweiz, und Feiertage wirken sich in zwei Richtungen aus: auf Zuschläge fürs Personal und auf die Preisgestaltung gegenüber dem Kunden, wenn eine Veranstaltung an einem Feiertag stattfindet. Wer mit einem System arbeitet, das für alle drei Länder denselben Kalender verwendet, riskiert falsch berechnete Zuschläge oder übersehene Preisaufschläge - genau der Grund, warum ein eigener Feiertagskalender je Land in der Praxis mehr ist als ein Detail.
Systeme wie Univents hinterlegen einen eigenen Feiertagskalender für Österreich und leiten daraus automatisch Zuschläge in der Zeiterfassung ab, statt dass die Lohnverrechnung sie manuell nachträgt.
Auswahlkriterien kompakt
Über die österreichischen Besonderheiten hinaus gelten die allgemeinen Auswahlkriterien für Catering-Software in Kurzform:
- Durchgängigkeit von der Anfrage bis zur Rechnung, damit eine bestätigte Anfrage nicht manuell in ein zweites System übertragen werden muss.
- Mengenlogik, die auf eine kurzfristig geänderte Gästezahl reagiert - bei Hochzeiten und Firmenfeiern eher die Regel als die Ausnahme.
- Küche und Produktion: Entsteht aus dem Auftrag automatisch eine Produktionsliste mit Mengen und Vorlaufzeiten?
- Personal und Zeiten: Hängen Schichten an der Veranstaltung, und landen erfasste Stunden ohne Zwischenschritt in der Kalkulation?
- Preismodell und Saisonspitze: Was kostet es, wenn zur Hauptsaison zwanzig zusätzliche Aushilfen mitarbeiten? Die Konditionen stehen auf der Preisübersicht.
Was ein durchgängiges System für einen österreichischen Betrieb löst
Der praktische Nutzen eines Systems, das Anfrage, Angebot, Buchung, Produktion, Personal und Rechnung an einem Veranstaltungsdatensatz führt, zeigt sich gerade in der Saisonspitze: Ändert sich die Gästezahl einer Hochzeit zwei Tage vorher, ziehen Mengen in der Produktionsliste, der Personalbedarf in der Schichtplanung und die Beträge im Angebot automatisch nach - ohne dass jemand drei Dokumente parallel korrigiert.
Für die Küche entsteht daraus ein Küchenzettel, gruppiert nach Speisenkategorien mit Zwischensummen, der sich per Link ohne eigenen Login mit Küche oder externen Partnern teilen lässt. Die Personalseite bekommt ein Mitarbeiter-Portal mit Schichtzuweisung, Verfügbarkeiten und Zeiterfassung inklusive der beschriebenen österreichischen Feiertagszuschläge. Und auf der Rechnungsseite stehen Vorlagen, automatische Nachfass-Mails auf offene Angebote und ein Online-Zahlungslink für Kunden, die per Karte statt per Überweisung zahlen wollen. Wie das für die Anfragestrecke insgesamt aussieht, zeigt die Übersicht zu Software für Catering-Betriebe.
Der Umstieg selbst - Stammdaten, Produkte, laufende Veranstaltungen - lässt sich bei Betrieben mit Saisongeschäft am einfachsten außerhalb der Hauptsaison planen. Wie ein begleiteter Umstieg abläuft, beschreibt die Seite Umstieg auf Univents.
Häufige Fragen zu Catering- und Event-Software in Österreich
Muss Catering-Software in Österreich RKSV-konform sein?
Die Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht betrifft Barumsätze. Viele Event-Catering-Umsätze laufen aber über Rechnung nach Angebot, nicht über die Kasse - für diesen Teil zählt vor allem eine lückenlose Rechnungsstellung. Ob und in welchem Umfang eine Registrierkassenpflicht im eigenen Betrieb greift, sollte mit dem Steuerberater geklärt werden.
Wie unterscheiden sich Feiertage zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Softwarenutzung?
Die Feiertagskalender der drei Länder weichen voneinander ab, was sich direkt auf Personalzuschläge und Preisgestaltung an Feiertagen auswirkt. Systeme mit einem eigenen Kalender je Land vermeiden falsch berechnete Zuschläge - ein System, das nur den deutschen Kalender kennt, rechnet für Österreich an den falschen Tagen.
Was muss ich bei der Arbeitszeitaufzeichnung für Aushilfen beachten?
Beginn, Ende und Pausen müssen unabhängig von der Beschäftigungsform dokumentiert werden. Bei vielen Aushilfen an Saisonwochenenden lohnt sich ein mobiles System mit Genehmigungsschritt gegenüber Papierlisten - die genauen Anforderungen sind mit dem Lohnbüro abzustimmen.
Eignet sich eine All-in-One-Software auch für kleinere österreichische Betriebe?
Der Nutzen einer durchgängigen Lösung hängt weniger von der Betriebsgröße ab als von der Zahl der Anfragen und der Schwankung der Gästezahlen. Ein kleiner Betrieb mit wenigen, aber individuellen Großaufträgen hat andere Prioritäten als ein Caterer mit vielen gleichförmigen Buffet-Anfragen.
Was kostet Catering-Software für einen österreichischen Betrieb?
Die Preisspannen unterscheiden sich nicht grundsätzlich vom übrigen DACH-Raum und liegen grob zwischen 50 und 400 Euro im Monat, abhängig von Nutzerzahl und Funktionsumfang. Wichtiger als der Listenpreis ist, was zusätzliche Saison-Aushilfen kosten.
Wie lange dauert die Umstellung für einen Betrieb mit Saisongeschäft?
Realistisch sind zwei bis sechs Wochen, je nach Umfang der Stammdaten. Betriebe mit ausgeprägter Saison planen den Umstieg meist bewusst außerhalb der Hochsaison, damit Produktdaten und Vorlagen in Ruhe aufgesetzt werden können.
Kann ich Kunden in Österreich online anfragen und buchen lassen?
Ja, über eine öffentliche Buchungsstrecke mit Paketen und Preisregeln, aus der automatisch ein Angebot oder Auftrag entsteht. Für Betriebe mit vielen gleichförmigen Anfragen - etwa Standardbuffets oder Meeting-Catering - reduziert das die manuelle Übertragung aus E-Mails.
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