Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der von einem Angebotspreis übrig bleibt, nachdem die variablen Kosten (vor allem Wareneinsatz und eventbezogenes Personal) abgezogen sind. Er zeigt, wie viel ein einzelnes Event zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt – unabhängig von der Gesamtauslastung des Betriebs.

Zuletzt geprüft von Andreas Köckeis am 15. Juli 2026

Wie berechnet man den Deckungsbeitrag?

Berechnet wird der Deckungsbeitrag als Umsatz minus variable Kosten – vor allem Wareneinsatz und eventbezogenes Personal, also Kosten, die direkt mit der Größe des Events skalieren.

PositionBetrag
Nettoumsatz5.000,00 €
Wareneinsatz1.600,00 €
Eventbezogenes Personal900,00 €
Deckungsbeitrag2.500,00 €
Deckungsbeitragsquote50 %

Anders als die reine Gewinnmarge berücksichtigt der Deckungsbeitrag nicht die Fixkosten (Miete, Verwaltung, feste Gehälter), die unabhängig vom einzelnen Event anfallen – er beantwortet die Frage "Was bleibt von diesem einen Auftrag übrig", nicht "Ist der Betrieb insgesamt profitabel".

Deckungsbeitrag oder Gewinnmarge – was ist der Unterschied?

Die Gewinnmarge zieht zusätzlich zu den variablen Kosten auch einen anteiligen Fixkostenblock ab und zeigt damit den tatsächlichen Gewinn eines Events. Der Deckungsbeitrag ist bewusst einfacher gehalten: Er lässt sich pro Event ohne komplizierte Fixkosten-Umlage berechnen und eignet sich deshalb besser für schnelle Entscheidungen – etwa ob ein zusätzlicher Auftrag zur bestehenden Auslastung angenommen werden sollte.

Der Deckungsbeitrag ist deshalb das bessere Kriterium für die Frage, ob sich ein einzelnes Event überhaupt lohnt: Ein Auftrag mit niedrigem Gesamtumsatz, aber hohem Deckungsbeitrag pro Pax kann wirtschaftlicher sein als ein großer Auftrag mit knapper Marge. Besonders in Randzeiten oder bei kurzfristig freien Kapazitäten hilft der Deckungsbeitrag, schnell zu entscheiden, ob sich ein zusätzlicher Auftrag noch lohnt, auch wenn er die Fixkosten allein nicht trägt.

Warum reicht der Deckungsbeitrag allein nicht für die Preisgestaltung?

Ein Betrieb, der dauerhaft nur Events mit Deckungsbeitrag, aber ohne ausreichenden Beitrag zu den Fixkosten annimmt, macht auf dem Papier bei jedem einzelnen Event Gewinn und ist am Jahresende trotzdem defizitär. Der Deckungsbeitrag muss deshalb über die Gesamtzahl der Events im Jahr die kompletten Fixkosten decken – als Faustregel sollte die Summe aller Deckungsbeiträge eines Jahres die Fixkosten um einen klaren Sicherheitsabstand übersteigen, nicht nur knapp erreichen.

Caterer, die ihren Deckungsbeitrag pro Event statt nur den Monatsumsatz auswerten, erkennen unrentable Kundengruppen oder Menüformen deutlich früher – etwa wiederkehrende Rabattkunden, deren Deckungsbeitrag über die Zeit unter die kalkulierte Grenze gerutscht ist.

Wie verändert sich der Deckungsbeitrag bei Rabatten?

Jeder Rabatt auf den Angebotspreis geht eins zu eins vom Deckungsbeitrag ab, nicht vom Umsatz insgesamt – ein Nachlass von 10 % auf ein Angebot mit 50 % Deckungsbeitragsquote senkt den Deckungsbeitrag damit um 20 %, nicht um 10 %. Diese Hebelwirkung wird bei Preisverhandlungen häufig unterschätzt, gerade bei ohnehin knapp kalkulierten Aufträgen.

Wie hilft der Deckungsbeitrag bei der Entscheidung zwischen zwei Aufträgen?

Konkurrieren zwei Anfragen um dieselbe Kapazität (z. B. dasselbe Personal an einem Wochenende), lohnt sich der Vergleich der Deckungsbeiträge statt nur der Gesamtumsätze – ein kleinerer Auftrag mit hohem Deckungsbeitrag pro eingesetzter Arbeitsstunde kann wirtschaftlicher sein als ein größerer mit knapper Marge, selbst wenn der Gesamtumsatz niedriger ausfällt.

Häufige Fragen

Was ist ein guter Deckungsbeitrag im Eventcatering?

Ein Deckungsbeitrag um die 45 bis 55 % des Nettoumsatzes gilt im Eventcatering als solide Grundlage, um Fixkosten zu decken und Gewinn zu erwirtschaften. Wie viel im Einzelfall nötig ist, hängt von der Zahl der Events pro Jahr und der Höhe der Fixkosten ab.

Lohnt sich ein Event mit niedrigem Deckungsbeitrag?

Kurzfristig kann sich auch ein Event mit niedrigerem Deckungsbeitrag lohnen, wenn dadurch sonst leere Kapazität (Personal, Küche) genutzt wird, die ohnehin bezahlt werden muss. Dauerhaft sollte der Deckungsbeitrag pro Event aber ausreichen, um die anteiligen Fixkosten realistisch zu decken.

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