Wareneinsatz, Wareneinsatzquote, Rohertrag und Verkaufspreis je Gericht in Sekunden berechnen – mit Formel, Beispiel und Einordnung.
Warenwert laut Inventur zu Beginn der Periode, netto.
Alle Lebensmittel-Einkäufe der Periode, netto.
Warenwert laut Inventur am Ende der Periode, netto.
Umsatz ohne MwSt. Getränke am besten getrennt rechnen.
Rechenhilfe mit Richtwerten, keine Steuer- oder Unternehmensberatung. Die Spanne 25 bis 35 % ist eine Faustregel, keine Studie.
Der Wareneinsatz ist der Wert aller Lebensmittel und Getränke, die du in einem Zeitraum tatsächlich verbraucht hast, um deinen Umsatz zu erwirtschaften. Er ist die größte variable Kostenposition in Gastronomie und Catering und entscheidet direkt darüber, was von jedem verkauften Teller übrig bleibt. Wer seinen Wareneinsatz nicht kennt, kalkuliert im Blindflug: Preise werden aus dem Bauch gesetzt, Einkaufssteigerungen fallen erst Monate später auf, und am Jahresende passt das Ergebnis nicht zur gefühlten Auslastung.
Der Rechner oben nimmt dir beide Rechnungen ab, die du im Alltag brauchst: den Wareneinsatz für eine ganze Periode (Monat, Quartal, Jahr) und den Wareneinsatz je Gericht oder Veranstaltung, aus dem sich der Verkaufspreis ableitet.
Für einen Zeitraum gilt immer dieselbe Formel:
Wareneinsatz = Anfangsbestand + Wareneinkäufe − Endbestand
Der Anfangsbestand ist der Warenwert laut Inventur am ersten Tag der Periode, die Wareneinkäufe sind alle Lebensmittel-Einkäufe der Periode, der Endbestand ist der Warenwert laut Inventur am letzten Tag. Alle drei Werte netto, also ohne Mehrwertsteuer. Was am Ende noch im Lager liegt, hast du nicht verbraucht, deshalb wird es abgezogen.
Der absolute Betrag sagt allein wenig aus. Aussagekräftig wird er im Verhältnis zum Umsatz:
Als Faustregel gelten für Speisen in Gastronomie und Catering 25 bis 35 % als üblich. Getränke liegen deutlich darunter, weil der Einkaufspreis einer Flasche im Verhältnis zum Verkaufspreis klein ist. Das ist eine Erfahrungsspanne aus der Branche, keine Norm und keine Studie. Ein Fine-Dining-Betrieb mit teuren Rohstoffen kann sauber über 35 % liegen, ein Imbiss deutlich darunter.
Nehmen wir einen Caterer, der ein warmes Buffet für 120 Gäste kalkuliert. Die Zutaten pro Person (Hauptgericht, zwei Beilagen, Salat, Brot, Dessert) summieren sich auf 9,00 € netto Wareneinsatz je Portion. Der Caterer will bei 30 % Wareneinsatzquote landen und verkauft die Speisen zum Verzehr vor Ort, also mit 19 % Mehrwertsteuer.
Netto-Verkaufspreis je Person = 9,00 € ÷ 0,30 = 30,00 € Brutto-Verkaufspreis je Person = 30,00 € × 1,19 = 35,70 € Rohertrag je Person = 30,00 € − 9,00 € = 21,00 €
Für alle 120 Gäste ergibt das 1.080 € Wareneinsatz, 3.600 € Netto-Umsatz und 2.520 € Rohertrag. Liefert derselbe Caterer das Buffet nur an und die Gäste bedienen sich selbst, greift für die Speisen der ermäßigte Satz von 7 %, und der Brutto-Preis sinkt auf 32,10 € bei identischem Netto-Preis und Rohertrag.
Dieselbe Logik funktioniert rückwärts für einen ganzen Monat: 8.000 € Anfangsbestand plus 22.000 € Einkäufe minus 7.500 € Endbestand ergeben 22.500 € Wareneinsatz. Bei 75.000 € Nettoumsatz sind das 30,0 % Quote, 52.500 € Rohertrag und ein Kalkulationsfaktor von 3,33.
Der häufigste Fehler in der Praxis: Der Monatseinkauf wird als Wareneinsatz genommen. Das stimmt nur, wenn der Lagerbestand am Anfang und am Ende exakt gleich ist, und das ist er praktisch nie. Wer im Dezember das Lager für Silvester vollpackt, hat hohe Einkäufe bei normalem Verbrauch. Ohne Bestandskorrektur sieht der Dezember katastrophal und der Januar traumhaft aus, obwohl sich am Geschäft nichts geändert hat.
Anfangs- und Endbestand kommen nur aus einer Zählung. Ein Monatsschluss mit Inventur dauert in einer normalen Küche ein bis zwei Stunden, wenn Lagerorte und Einheiten festgelegt sind. Dieser Aufwand ist der Preis für eine belastbare Zahl. Viele Betriebe zählen nur die teuren Warengruppen (Fleisch, Fisch, Käse, Spirituosen) monatlich und den Rest quartalsweise. Das ist ein guter Kompromiss, solange die Methode gleich bleibt.
Rechne den Wareneinsatz immer getrennt für Speisen und Getränke. Getränke haben eine viel niedrigere Quote, ein Mischwert verdeckt Probleme in der Küche. Wenn deine Gesamtquote bei 28 % liegt, kann die Küche trotzdem bei 38 % stehen und die Bar bei 18 %. Erst die Trennung zeigt, wo der Hebel liegt.
Für Speisen gelten 25 bis 35 % Wareneinsatzquote als üblich, für Getränke deutlich weniger. Entscheidend ist nicht die einzelne Zahl, sondern ob sie zu deinem Konzept passt und stabil bleibt. Ein steigender Wert bei gleichem Angebot ist das Warnsignal, nicht ein Wert über einer starren Grenze.
Addiere die Einkaufspreise aller Zutaten einer Portion, netto und inklusive Gewürzen, Öl und Beilagen. Teile diesen Betrag durch deine Ziel-Wareneinsatzquote, dann hast du den Netto-Verkaufspreis. Die Mehrwertsteuer kommt zum Schluss obendrauf. Genau das macht der Modus „Gericht / Event" im Rechner.
Der Wareneinsatz ist das, was die Ware gekostet hat. Der Rohertrag ist das, was nach Abzug der Ware vom Nettoumsatz übrig bleibt. Beide zusammen ergeben immer den Nettoumsatz: 30 % Wareneinsatz bedeuten 70 % Rohertrag. Aus dem Rohertrag werden alle weiteren Kosten und der Gewinn bezahlt.
Die vier größten Hebel sind Rezeptur und Portionsgröße (weniger Überportionierung), Einkaufspreise (Mengenbündelung, Lieferantenvergleich, saisonale Karte), Schwund (Verderb, Bruch, Mitarbeiterverzehr sauber erfassen) und der Verkaufspreis selbst. Häufig ist nicht die Ware zu teuer, sondern der Preis auf der Karte seit zwei Jahren nicht angepasst.
Im Alltag rechnest du den Wareneinsatz nicht für ein Gericht, sondern für jede Veranstaltung neu. Univents zieht dafür die Einkaufspreise aus deinem Produktkatalog und die gebuchten Mengen aus der Buchung zusammen und zeigt Wareneinsatz und Deckungsbeitrag je Veranstaltung automatisch in den Berichten an. So siehst du bei jedem Angebot, ob die Quote passt, bevor du es rausschickst. Wie das im Catering-Alltag aussieht, zeigt die Seite zur Catering Software.
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