Foodtruck-Catering: Events und Firmenaufträge planen und abrechnen

von Andreas Köckeis

Ein Foodtruck lebt nicht nur von Laufkundschaft an guten Standorten. Bei vielen Betrieben kommt inzwischen ein relevanter Teil des Umsatzes aus gebuchten Einsätzen - Firmenfeiern, Hochzeiten, Festivals, wiederkehrende Standorte bei Unternehmen. Anders als der Tagesverkauf an der Straße lässt sich dieses Geschäft im Voraus planen: Termin, Gästezahl und Budget stehen fest, bevor der Truck losfährt.

Der Wechsel vom Laufkundschaftsverkauf zum Auftragsgeschäft verändert die Arbeit. Statt "wie viele Portionen verkaufen wir heute an diesem Standort" steht die Frage "wie kalkulieren wir diesen einen Einsatz richtig, wer arbeitet daran, und wie kommt am Ende die Rechnung raus". Dieser Beitrag beschreibt genau das: Kalkulation pro Einsatz, Anfrage- und Angebotsprozess, Personal- und Produktionsplanung, Abrechnung und Nachfassen.

Wer eher den betrieblichen Alltag rund um Standortwahl, Genehmigungen und laufenden Betrieb sucht, findet das im Praxisguide Foodtruck-Verwaltung. Dieser Artikel konzentriert sich auf das planbare Geschäft mit Auftraggebern.

Firmenaufträge und Events als zweites Standbein

Laufkundschaft hängt von Faktoren ab, die ein Betrieb kaum beeinflusst: Wetter, Fußgängerfrequenz, Konkurrenz am selben Platz, Baustellen. Der Umsatz eines Tages steht erst am Abend fest. Beim Auftragsgeschäft ist das umgekehrt - Termin und ungefähre Gästezahl liegen Wochen vorher fest, ein Teil des Umsatzes ist mit der Zusage bereits gesichert.

Deshalb bauen viele Foodtruck-Betriebe das Auftragsgeschäft gezielt als zweites Standbein aus: Firmenfeiern und Team-Events, Hochzeiten, Festivalauftritte gegen Standgebühr oder Mindestumsatz, feste Wochentermine bei Bürostandorten oder Gewerbegebieten. Der Aufwand pro Auftrag ist höher als am Verkaufsfenster - Anfrage, Angebot, Absprache, Abrechnung kommen dazu -, aber der Umsatz ist vorhersehbarer und weniger wetterabhängig, sobald ein Vertrag steht. Einen Überblick über die Softwareseite des gesamten Foodtruck-Betriebs gibt die Seite Foodtruck-Software.

Kalkulation pro Einsatz

Drei übliche Preismodelle

  • Pauschale. Ein Festpreis für den gesamten Einsatz, unabhängig von der tatsächlichen Konsummenge - üblich bei Firmenfeiern mit bekannter Gästezahl und einem festen Menü oder Buffet. Vorteil für den Kunden: volle Kostentransparenz. Risiko für den Betrieb: Die Mengenkalkulation muss stimmen, sonst bleibt Ware übrig oder es wird knapp.
  • Preis pro Person. Ein Betrag je Gast, oft gestaffelt nach Menüumfang. Skaliert direkt mit der Gästezahl, verlangt aber eine verlässliche Personenzahl kurz vor dem Termin - Absagen und Nachmeldungen wirken sich unmittelbar auf Marge und Wareneinsatz aus.
  • Mindestumsatz plus Anfahrt. Der Truck steht auf dem Gelände und verkauft direkt an Gäste, der Auftraggeber garantiert einen Mindestumsatz und zahlt zusätzlich eine Anfahrtspauschale. Üblich bei Festivals, offenen Firmenevents oder Standorten, an denen nicht jeder Gast konsumiert.

Was in die Kalkulation gehört

Neben dem reinen Wareneinsatz - bei Foodtrucks häufig zwischen 28 und 35 Prozent des Nettoumsatzes - gehören mehrere Posten in jede Einsatzkalkulation, die im Tagesgeschäft an der Straße seltener anfallen: Personalstunden inklusive Vor- und Nachbereitung, Standzeit (die eigentliche Verkaufs- oder Servicezeit vor Ort) getrennt von Rüstzeit (Aufbau, Truck einrichten, Abbau), Anfahrt beziehungsweise eine Kilometerpauschale, und je nach Location Stromanschluss oder Standgebühren. Wer diese Posten nicht sauber trennt, unterschätzt regelmäßig die tatsächlichen Kosten eines Einsatzes gegenüber dem Tagesgeschäft.

Anfrage und Angebot: vom ersten Kontakt zur Zusage

Anfragen für Einsätze kommen selten vollständig strukturiert an - meist per Telefon, Kontaktformular oder direkt per E-Mail, oft mit fehlenden Angaben zu Gästezahl, Ort oder Budget. Wer diese Anfragen in einem gemeinsamen Postfach sammelt, verliert bei steigender Anzahl schnell den Überblick, welche Anfrage schon beantwortet ist und welche noch offen liegt. Ein zentraler Anfrageeingang mit Pipeline-Ansicht - per Formular oder angebundenem E-Mail-Postfach - macht sichtbar, wo jede Anfrage gerade steht.

Das Angebot selbst sollte die Eckdaten des Einsatzes eindeutig festhalten: Preismodell, Leistungsumfang, Zahlungsziel, Stornobedingungen und eine Frist zur Annahme. Systeme wie Univents erzeugen das Angebot aus vorgefertigten Vorlagen und eigenen Layouts, versenden es als PDF und schicken bei Bedarf automatische Erinnerungsstufen an Auftraggeber, die nicht reagieren - gerade bei Firmenkunden mit mehreren Entscheidern verschwindet ein Angebot sonst leicht in der internen Weiterleitung. Nimmt der Kunde online an, wird aus dem Angebot direkt eine bestätigte Buchung, ohne dass jemand die Daten ein zweites Mal abtippt. Details zur Angebots- und Rechnungsseite stehen unter Angebote und Rechnungen.

Personal für den Einsatz planen

Ein Foodtruck-Einsatz läuft meist mit kleinen Crews - zwei bis vier Personen sind für Verkauf, Zubereitung und Ausgabe üblich, je nach Menü und erwarteter Gästezahl. Anders als im Restaurant wechselt die Besetzung häufig: Stammpersonal wird durch Aushilfen ergänzt, die nur an einzelnen Terminen arbeiten. Damit hängt jede Schichtplanung direkt am konkreten Einsatz - Datum, Ort, Uhrzeit, benötigte Anzahl an Personen - statt an einer allgemeinen Wochenplanung, die für ein wechselndes Einsatzgeschäft ohnehin wenig Aussagekraft hat.

Im Mitarbeiter-Portal von Systemen wie Univents sehen Aushilfen ihre zugeteilten Einsätze, bekommen bei Zuweisung oder Änderung eine Push-Benachrichtigung und können ihre Verfügbarkeit oder einen Urlaubsantrag selbst hinterlegen - relevant, wenn ein Betrieb kurzfristig eine zusätzliche Person für einen Wochenendeinsatz sucht. Ein Kalender-Abo für den eigenen Schichtplan hilft besonders Aushilfen, die parallel für mehrere Auftraggeber arbeiten. Mehr zur Personalseite unter Personalplanung.

Produktion: vom bestätigten Kopf zur Einkaufsliste

Die Mengenplanung für einen Einsatz beginnt mit der zuletzt bestätigten Personenzahl - nicht mit der ursprünglich angefragten. Bei Firmenfeiern steht die endgültige Zahl häufig erst wenige Tage vorher fest, wenn Zu- und Absagen eingetrudelt sind. Jede spätere Änderung sollte automatisch in die Mengen der Produktionsliste einfließen, sonst wird am Vortag von Hand nachgerechnet - eine typische Quelle für falsche Einkaufsmengen.

Bei Univents entsteht aus den gebuchten Positionen automatisch eine Produktionsliste, die nach Kategorien gruppiert und für die Küche filterbar ist - nach Kategorie, Tag oder Lieferschein, wenn mehrere Einsätze am selben Wochenende vorbereitet werden. Am Vortag wird daraus produziert: Ware eingekauft, Mise en Place erledigt, der Truck beladen. Ein interaktives Board mit Status offen, in Arbeit, fertig je Position hilft, wenn mehrere Einsätze parallel vorbereitet werden und die Übersicht sonst verloren geht. Mehr zur Produktionsseite unter Produktion und Küche.

Rechnung, Nachfassen und Storno

Nach dem Einsatz folgt die Rechnung - im Idealfall direkt aus dem bestätigten Angebot erzeugt, ohne Positionen erneut zu erfassen. Ein Online-Zahlungslink auf der Rechnung beschleunigt gerade bei Firmenkunden mit Kartenzahlung den Zahlungseingang gegenüber der klassischen Überweisung. Bleibt eine Rechnung offen, helfen automatische Erinnerungsstufen dabei, dass das Nachfassen nicht am Alltagsgeschäft hängen bleibt.

Sagt ein Auftraggeber kurzfristig ab, braucht es einen klaren Weg zur Stornierung mit Gutschrift - besonders wenn bereits Ware bestellt oder Personal eingeteilt wurde. Bereits ausgestellte Belege sind dabei unveränderbar festgeschrieben; Korrekturen laufen über eine Gutschrift, nicht über das nachträgliche Editieren der Originalrechnung. Was ein durchgängiges System für Anfrage, Angebot, Produktion, Personal und Rechnung kostet, zeigt die Preisübersicht.

Häufige Fragen zu Foodtruck-Catering für Events

Was kostet ein Foodtruck-Einsatz bei einer Firmenfeier?

Üblich sind Preise zwischen 15 und 35 Euro pro Person bei Modellen mit Preis pro Kopf, oder eine Pauschale von rund 1.500 bis 4.000 Euro für einen halbtägigen Einsatz - abhängig von Menüumfang, Gästezahl und Anfahrt. Wichtiger als der Listenpreis ist, welche Posten eingerechnet sind: Standzeit, Rüstzeit, Anfahrt und Personal gehören dazu.

Pauschale oder Preis pro Person - was ist üblicher?

Bei fester Gästezahl und einheitlichem Menü ist die Pauschale planungssicherer für beide Seiten. Bei offenen Events mit unklarer Teilnehmerzahl - etwa Festivals oder Tage der offenen Tür - passt ein Preis pro Person oder ein Mindestumsatz-Modell besser, weil der tatsächliche Konsum stärker schwankt.

Wie viele Mitarbeitende braucht ein Foodtruck-Einsatz?

Für die meisten Einsätze reichen zwei bis vier Personen für Zubereitung, Ausgabe und Verkauf. Bei größeren Firmenfeiern mit mehreren hundert Gästen oder mehrgängigen Menüs steigt der Bedarf entsprechend - hier lohnt sich eine Einsatzplanung, die Personal direkt an die erwartete Gästezahl koppelt statt an eine feste Teamgröße.

Wie kalkuliere ich Mengen für einen Firmenauftrag richtig?

Ausgangspunkt ist immer die zuletzt bestätigte Personenzahl, nicht die ursprüngliche Anfrage. Da sich diese Zahl bis kurz vor dem Termin ändern kann, sollte die Einkaufsliste möglichst spät - idealerweise am Vortag - final berechnet werden, damit keine Ware auf Basis veralteter Zahlen eingekauft wird.

Lohnt sich das Auftragsgeschäft neben dem Laufkundschaftsverkauf?

Für viele Betriebe schon, weil es Umsatz vom Wetter und der Standortfrequenz entkoppelt - ein Teil des Umsatzes steht mit der Zusage bereits fest. Der Aufwand pro Auftrag ist höher, weil Anfrage, Angebot, Personalplanung und Abrechnung dazukommen, aber die Planbarkeit ist deutlich größer als am Verkaufsfenster.

Wie gehe ich mit kurzfristigen Absagen um?

Stornobedingungen sollten bereits im Angebot stehen - etwa gestaffelt nach Vorlaufzeit. Ist bereits Ware bestellt oder Personal eingeteilt, lässt sich das über eine Stornierung mit Gutschrift auf einer bereits gestellten Rechnung abbilden, statt die ursprüngliche Rechnung nachträglich zu ändern.

Brauche ich für Firmenaufträge ein eigenes Kundenportal?

Zwingend nicht, aber es reduziert Rückfragen: Der Auftraggeber sieht Angebot, Ablauf und Rechnung online und kann das Angebot direkt annehmen, statt per Mail hin- und herzuschreiben. Bei wiederkehrenden Firmenkunden mit mehreren Einsätzen im Jahr macht sich das schnell bemerkbar.

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