Artikel mit Varianten: ein Artikel, mehrere Ausführungen
Nach dem Lesen kannst du einen Artikel einmal pflegen und darunter mehrere Ausführungen anlegen, weißt, was eine Ausführung erbt und was sie selbst trägt, kannst bestehende Kopien zu einem Hauptartikel mit Varianten zusammenführen — samt Rückgängig — und auch Pakete wie Eis im Weinglas, im Becher und in der Waffel je Ausführung mit eigenem Inhalt aufbauen.
Verkaufst du Cola in 0,33 l, in 0,5 l und als 1,0-l-Karaffe, ist das ein Artikel mit drei Ausführungen. Alles, was alle Größen teilen — Name, Beschreibung, Kategorie, Steuersatz, Bild — pflegst du einmal. Was sich je Größe unterscheidet — Preis, Einkaufspreis, Bestand, Artikelnummer — trägt jede Ausführung selbst.
Prüfst du den Namen und den Zusatz, siehst du jede Variante überall dort, wo du sie bisher als eigenen Artikel geführt hättest: auf dem Angebot, in der Küche, in der Packliste und auf der Buchungsseite.
Was ist eine Variante?
Eine Variante ist technisch eine eigene Artikelzeile, die auf einen Hauptartikel zeigt. Der Hauptartikel bündelt die Stammdaten, die Ausführungen sind das, was Gäste buchen. Deshalb bleibt alles, was ohnehin je Artikel rechnet — Preisgruppen, Preis ab Stichtag, Einkaufspreis je Lieferant, Lager-Journal, Bestandsschranke, Mengenregel, Verleih-Verfügbarkeit — ohne Sonderfall gültig: es hängt an der Zeile, und die Zeile ist eindeutig.
Der Hauptartikel ist selbst nicht buchbar. Sobald ein Artikel Ausführungen hat, kannst du ihn nirgends auswählen, nicht auf der Buchungsseite, nicht in einer Belegposition, nicht in einer Buchung. Auswählbar ist immer eine Ausführung.
Was eine Ausführung erbt — und was sie selbst trägt
Diese Angaben pflegst du einmal am Hauptartikel; die Ausführungen folgen automatisch und lassen sich nicht einzeln überschreiben:
- Name — die Ausführung heißt „Hauptname · Zusatz“, zum Beispiel „Cola · 0,5 l“. Den Zusatz selbst pflegst du je Ausführung (siehe unten).
- Beschreibung, auch die formatierte Fassung
- Kategorie mit der Sichtbarkeit auf Buchungsseiten
- Steuersatz und Einheit
- Bilder, inklusive der Kennzeichnung für KI-erzeugte Bilder
- Tags, Ernährungshinweise und Fleischart
- Artikelart (Artikel, Verleih, Dienstleistung) und Abrechnungsmodell
- Übersetzungen von Name und Beschreibung, samt Prüfstempel
Diese Angaben trägt jede Ausführung selbst:
- Zusatz je Sprache, zum Beispiel „0,5 l“ oder „Bottle“
- Preis und Einkaufspreis
- Bestand, Mindestbestand, Lagerort und „Unbegrenzter Lagerbestand“
- Artikelnummer, Lieferanten-Artikelnummer und Barcode
- Inhalt je Einheit und Gebinde
- Verfügbarkeit: aktiv oder inaktiv, Saison, Wochentage, Uhrzeiten, Mindest- und Höchstmenge, Gäste-Grenzen
- Entwurf oder veröffentlicht
Allergene folgen zunächst dem Hauptartikel. Weicht eine Ausführung ab — etwa ein „mit Nüssen“ bei einer Zubereitungsart — öffnest du die Ausführung als eigenen Artikel, schaltest bei den Allergenen Eigene Allergene ein und pflegst die Liste selbst; die Liste trägt dann den Hinweis Weicht vom Hauptartikel ab. Auf Hauptartikel zurücksetzen holt die Liste des Hauptartikels wieder. Angleichen musst du nichts von Hand: Ändert sich die Allergenliste am Hauptartikel, ziehen alle Ausführungen ohne eigene Liste nach. Allergene, die aus Rezept-Zutaten errechnet werden, bleiben davon unberührt. Ist eine Ausführung ein Paket, zählen auch die Allergene ihrer Bestandteile — „in der Waffel“ trägt Gluten, „im Becher“ nicht.
Mengenregeln werden beim Anlegen einer Ausführung vom Hauptartikel kopiert und leben danach eigenständig weiter — eine Regel „0,5 je Gast“ gilt für eine Karaffe nicht. Am Hauptartikel findest du im Abschnitt Mengenregeln den Knopf Auf alle Varianten übertragen, wenn du die Regeln später für alle Ausführungen setzen willst. Mehr dazu in Menge aus der Gästezahl.
Eine Variante anlegen
- Öffne den Artikel im Inventar und wähle in der Seitenleiste Varianten.
- Klicke auf Variante hinzufügen.
- Trage den Zusatz ein, der die Größe benennt — das ist der einzige Pflichtwert. Dazu Preis, Bestand und, wenn du damit arbeitest, die Artikelnummer.
- Unter Startwerte wählst du, woher Preisgruppen, Lieferanten und Mengenregeln für die neue Zeile kommen: Vom Hauptartikel oder von einer bereits vorhandenen Ausführung.
- Speichere mit Anlegen.
Der Zusatz ist übersetzbar: Im Dialog Variante hinzufügen wechselst du über die Sprachauswahl die Sprache und trägst den Zusatz dort ein. Ist der englische Zusatz gepflegt, drucken der englische Beleg und die englische Buchungsseite „Cola · 0.5 l“ statt nur „Cola“. Preis, Bestand und Artikelnummer einer bestehenden Ausführung änderst du direkt in ihrer Zeile; den Zusatz selbst änderst du über die KI-Werkzeuge oder den Import.
Jede Zeile im Abschnitt Varianten zeigt Zusatz, Preis, Einkaufspreis, Bestand und Artikelnummer; Preis, Bestand und Artikelnummer änderst du direkt in der Zeile. Öffnest du eine Ausführung als eigenen Artikel, steht oben, zu welchem Hauptartikel sie gehört — dort löst du sie auch mit Aus Hauptartikel lösen. Allergene, Verfügbarkeit und alles Weitere, was eine Ausführung selbst trägt, pflegst du im Editor der Ausführung.
Löschen: Einen Hauptartikel löschst du wie bisher; seine Ausführungen gehen mit. Der Bestätigungsdialog nennt vorher, wie viele Ausführungen betroffen sind. Eine einzelne Ausführung löschst du wie jeden anderen Artikel — Belege, die sie schon enthalten, bleiben unverändert.
Einen bereits verwendeten Artikel zur ersten Ausführung machen
Du hast einen Artikel, der schon in Angeboten, Vorlagen, Raum-Pflichtprodukten oder auf Buchungsseiten steht — und willst ihn jetzt zur Größe machen? Klicke auf Variante hinzufügen. Das Inventar prüft zuerst, ob der Artikel schon verwendet wird. Ist das der Fall, zeigt der Dialog statt des Formulars den Hinweis Dieser Artikel wird schon verwendet mit der Zeile Damit nichts bricht, wird er zur ersten Ausführung und listet die Verwendungen mit Anzahl auf, zum Beispiel „Verwendet in: Belege: 12, Positionsvorlagen: 2“.
Dann wird der Artikel zur ersten Ausführung: Das Inventar legt einen neuen Hauptartikel davor, übernimmt dessen Stammdaten von deinem Artikel und verlangt zwei Angaben — Wie heißt diese Ausführung? für die bestehende Größe und den Namen des Hauptartikels. Mit Als erste Ausführung übernehmen ist der Schritt fertig: Der Artikel bleibt buchbar, seine Belege zeigen weiter auf ihn, und die gewünschte neue Variante entsteht direkt am neuen Hauptartikel.
Es hängt dabei bewusst nichts um — genau deshalb gibt es diesen Weg. Gibt die Datenbank die Verwendungen nicht her, sagt der Dialog das und legt nichts an.
Bestehende Kopien zusammenführen
Viele Betriebe führen ihre Größen heute als eigene Artikel: „Cola 0,33“, „Cola 0,5“, „Cola Karaffe“. Diese Kopien fasst du in einem Schritt zu einer Gruppe zusammen.
- Öffne Inventar → Katalog und markiere zwei oder mehr Artikel.
- In der Auswahlleiste wählst du Zu Varianten zusammenführen.
- Stammdaten-Vorbild: Wähle den Artikel, von dem Beschreibung, Kategorie, Steuersatz, Bilder und Allergene kommen sollen. Vorbelegt ist der erste Artikel der Liste, der Vorbild sein darf. Artikel, die nicht Vorbild werden dürfen — etwa eine bereits vorhandene Ausführung oder ein Lohnartikel — sind gesperrt, mit Grund. Pakete dürfen Vorbild sein, auch wenn ihr Preis automatisch rechnet.
- Name und Zusätze: Univents erkennt den gemeinsamen Namensanfang automatisch („Cola“) und trägt den Rest als Zusatz ein („0,33“). Beides kannst du ändern, den Hauptnamen und jeden Zusatz je Sprache.
- Vorschau: Je Artikel siehst du, was sich ändert (alt → neu), ob Allergene abweichen, wie viele Belege und Buchungen darauf zeigen und welche Preisgruppen, Lieferanten, Mengenregeln und Preisregeln daran hängen.
- Mit Zusammenführen bestätigst du. Es entsteht ein neuer Hauptartikel; alle markierten Artikel werden Ausführungen.
Warum ein neuer Hauptartikel? Damit keine bestehende Artikelnummer verschwindet. Belege, Bestand, Lager-Journal, Verkaufshistorie und jeder Verweis — Vorlagen, Raum-Pflichtprodukte, Buchungsseiten, Konfiguratoren, Paket-Bestandteile — bleiben an der jeweiligen Ausführung und zeigen weiter auf einen buchbaren Artikel. Nichts wird umgehängt, nichts gelöscht; der neue Hauptartikel hat keinen Bestand, keine Belege und kein Journal.
Die Namen der Kopien samt ihren Übersetzungen werden vorher gesichert. Weichen die Allergene einer Kopie von denen des Vorbilds ab, behält sie ihre eigene Liste — sie gleichzuschalten wäre eine Sicherheitsaussage, die nur ein Mensch treffen darf.
Du brauchst mindestens zwei und höchstens 500 Artikel für einen Lauf.
Zusammenführen rückgängig machen oder eine Ausführung lösen
Nach dem Zusammenführen zeigt dir das Inventar Rückgängig. Damit wird der Lauf vollständig zurückgedreht: Die vorher gesicherten Namen, Beschreibungen, Allergene und Übersetzungen kommen zurück, die Verknüpfungen werden gelöst, jeder Artikel ist wieder eigenständig. Der neue Hauptartikel verschwindet, wenn er danach keine Ausführung mehr hat.
Eine einzelne Ausführung löst du jederzeit im Editor der Ausführung mit Aus Hauptartikel lösen — derselbe Vorgang ohne Protokollbezug, der Alltagsfall nach einem Fehlgriff. Aus ihr wird wieder ein normaler Artikel; Preis, Bestand und Verkaufshistorie bleiben, wo sie sind.
Pakete mit Varianten
Ein Eis gibt es im Weinglas, im Becher und in der Waffel — jedes Mal anders serviert und mit anderem Inhalt. Das ist ein Hauptartikel „Eis“ mit drei Ausführungen, und jede Ausführung ist ein eigenes Paket mit eigenen Bestandteilen: im Weinglas zwei Kugeln und ein Weinglas, im Becher zwei Kugeln und ein Becher, in der Waffel zwei Kugeln und eine Waffel.
Der Hauptartikel trägt dabei keine Bestandteile. Den Inhalt pflegst du je Ausführung; am Hauptartikel steht in der Sektion Varianten nur der Hinweis, dass die Bestandteile bei den Ausführungen liegen.
Eine Ausführung aus einer anderen anlegen
- Öffne die Ausführung, die der neuen am nächsten kommt — zum Beispiel „im Weinglas“.
- Wähle Variante hinzufügen und trage den Zusatz ein, etwa „im Becher“.
- Unter Startwerte ist diese Ausführung schon vorgewählt, weil sie ein Paket ist: Die neue übernimmt ihre Bestandteile samt Mengen und die Einstellung, Preis und Einkaufspreis automatisch aus den Bestandteilen zu errechnen.
- Tausche im neuen Paket nur, was anders ist — das Weinglas gegen den Becher.
- Speichere mit Anlegen.
Preis und Einkaufspreis rechnen danach aus den Bestandteilen der eigenen Ausführung: Ändert sich der Preis des Bechers, ändert sich nur „im Becher“.
Ein bestehendes Paket wird zur ersten Ausführung. Nutzt du das Paket schon in Belegen, Vorlagen oder auf Buchungsseiten, macht Variante hinzufügen es zur ersten Ausführung — mit allen Bestandteilen, wie sie sind. Danach legst du die weiteren Ausführungen an und tauschst je Ausführung, was anders ist.
Zusammenführen. Pakete lassen sich auch dann zu einem Hauptartikel zusammenführen, wenn ihr Preis automatisch rechnet; Bestandteile und Automatik bleiben an der jeweiligen Ausführung.
Rezepte haben weiterhin keine Varianten — dort bleibt es bei einem Rezept mit einer Zutatenliste.
Wo Varianten überall auftauchen
- Inventarliste: Der Hauptartikel steht als Gruppenzeile mit Preisspanne und der Zahl der Varianten. Varianten anzeigen klappt die Ausführungen auf. Die Kachel Produkte gesamt zählt Gruppen und nennt darunter „davon X Varianten“.
- Beleg-Editor und Buchungsposition: Der Hauptartikel erscheint als Gruppe. Wählst du ihn, steht dort Ausführung wählen, und du übernimmst eine Ausführung. Ein Hauptartikel landet nie auf einem Beleg.
- Pakete: Ein Paket-Bestandteil ist entweder ein eigenständiger Artikel oder eine Ausführung — nie ein Hauptartikel —, sonst würde die Materialplanung mit einem Artikel rechnen, der nie gebucht wird. Eine Ausführung darf selbst ein Paket sein; sie bringt dann ihre eigenen Bestandteile mit.
- Buchungsseite: Eine Karte je Gruppe, mit Bild und Beschreibung des Hauptartikels sowie den Allergenen und dem Inhalt der gewählten Ausführung. Darunter wählt der Gast die Ausführung; Preis, Verfügbarkeit und Mengenregel gelten für die gewählte Ausführung, und die Warenkorb-Zeile ist die Ausführung. Ist eine Ausführung ausverkauft oder am Datum nicht verfügbar, bleibt sie sichtbar, ihr Chip ist aber gesperrt. Ist nur eine einzige Ausführung sichtbar, bleibt es trotzdem bei der Karte mit Auswahl — so springt das Layout nicht beim Ausverkauf.
Import und Export
Die Import-Vorlage hat zwei neue Spalten:
- Variante von (Artikelnummer) — die Artikelnummer des Hauptartikels. Leer heißt: Die Zeile ist ein Einzelartikel oder selbst ein Hauptartikel.
- Variantenzusatz — der Zusatz, zum Beispiel „1,0 l“. Pflicht, sobald die erste Spalte gefüllt ist.
Die Artikel werden in zwei Durchgängen angelegt: erst alle Zeilen ohne Varianten-Spalte, dann die Varianten — der Hauptartikel muss also existieren. Fehlt er, meldet die Prüfung die Zeile; sie wird nicht als Einzelartikel angelegt. Ohne eigene Artikelnummer wird eine Variante beim nächsten Import nur über Hauptartikel und Zusatz wiedergefunden — die Prüfung weist darauf hin. Mehr in Produkte importieren.
Der Export enthält dieselben zwei Spalten. Die Datei lässt sich also zurückspielen, ohne dass Varianten zu Einzelartikeln werden. Details unter Artikelliste drucken oder exportieren.
Duplizieren kopiert die Stammdaten eines Artikels, aber keine Ausführungen: Eine Kopie einer Gruppe ist ein einzelner Artikel — sonst entstünde bei jedem Duplizieren eine zweite Gruppe mit denselben Zusätzen.
Tarif
Artikelvarianten sind ab Tarif Growth enthalten. Gesperrt ist nur das Anlegen — Variante hinzufügen, Zusammenführen, die Import-Spalten und das Anlegen per KI-Chat. Nach einem Tarifwechsel bleiben bestehende Gruppen lesbar und buchbar, und du kannst Ausführungen weiter lösen und Läufe rückgängig machen.
Weiterlesen
- Produkte erstellen & konfigurieren — Stammdaten, Preise, Verfügbarkeit
- Preisgruppen für Kunden und Kanäle — Preise je Kundengruppe an jeder Ausführung
- Buchungsseiten erstellen & konfigurieren — was Gäste sehen und wählen